Aus meinem Fenster sehe ich den Dom, den Fernsehturm, die Minarette der Großmoschee, bunte Graffitis über den Bahnbögen. Ich sehe Offenheit, Vielfalt, all das, was eine Großstadt wie Köln so ausmacht. Es regt mich an, wenn ich beim Schreiben von Texten, den Blick kurz schweifen lasse, und macht meinen Kopf freier.
Täglich fahre ich an der Großmoschee vorbei, für mich ein architektonisches Meisterwerk des Architekten Paul Böhm, das mit den Durchbrüchen nach oben Licht, Himmel, die Welt draußen nach innen lässt. Das Gebäude ist eigentlich das genaue Gegenteil eines Symbols der Abschottung, wie Carsten Fiedler es nach dem Erdogan-Besuch in seinem Kommentar im Kölner Stadt-Anzeiger vom 01.10. beschreibt. Aber leider war dieser denkwürdige Tag nicht anders zu verstehen. Die Kommunikation der Ditib, der Affront gegen städtische Vertreter*innen, die Inszenierung des Erdogan-Besuchs, das Auftreten der Ditib-Sicherheitspersonals, die Erdogan-Anhänger*innen, die ihren Beschützer enthusiastisch und geschlossen feierten.
Die Stadt stand am Samstag still und auch ich war wie viele andere sprachlos über die Inszenierung des Autokraten, über die vertane Chance, mit der offiziellen Eröffnung ein Fest der Begegnung in der Stadtgesellschaft zu feiern, die für gegenseitiges Verständnis wirbt, so wie auch der Beirat es immer angeregt hatte. (mehr …)


Wer beim Jobcenter einen Termin verpasst, bekommt weniger Geld. Von den knapp 15.000 Sanktionen, die gegen Hartz-IV-Bezieher*innen in der Stadt Köln 2017 verhängt wurden, sind 80 Prozent auf Meldeversäumnisse zurückzuführen. Das geht aus dem Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW zu Sanktionen hervor, der gestern veröffentlicht wurde.

Betrachtet man die derzeitigen politischen und durchaus auch medialen bzw. öffentlichen Debatten zu diversen Themen, so könnte man meinen, dass es sich in den Zeiten der Trumps, Erdogans, Gaulands und Seehofers genau andersherum verhält. Das ist insofern bemerkenswert, als dass das Zitat von einem Politiker der CSU stammt, der selbst im verbalen Austeilen kein unbeschriebenes Blatt war. Dabei zeigt die Notwendigkeit seiner Verwendung in diesem Text eindrucksvoll, an welchem Punkt wir derzeit stehen.
Maria Hanisch, leitet im Geschäftsfeld Alter und Pflege die Stabsstelle Ethik, Seelsorge und gesundheitliche Versorgungsplanung
Die Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)und des für uns als Caritas darüber hinaus gültigen Kirchlichen Datenschutzgesetzes (KDG) treibt seine Blüten. Sie haben es alle selbst erlebt: In der ersten Zeit wurden wir überschüttet mit unterschiedlich formulierten E-Mails im Rahmen der Zusendung von Newslettern. Diese Welle ist jetzt abgeebbt und wird abgelöst von schriftlichen Datenschutz-Formularen, die wir als Kund*innen beim Friseur oder Optiker ausfüllen. Auch Postsendungen enthalten jetzt Anschreiben mit Absicherungen zum Datenschutz.