Einen statt spalten

Caritas steht fest zur Demokratie: 
„Münsteraner Erklärung“ zum Tag des Grundgesetzes: Bekenntnis zu Pluralität, Dialog und Toleranz

Mit einer „Münsteraner Erklärung“ zum 75. Geburtstag des Grundgesetzes (23. Mai) ruft die Caritas in NRW zum Zusammenhalt der Gesellschaft und zu innerem Frieden als Grundlage für das Miteinander in einem offenen, demokratischen Staat auf: 

Die Caritas hat sich seit ihrer Gründung fest an den grundlegenden Menschenrechten orientiert: Wir stellen die Menschen in den Mittelpunkt. Unser Anliegen ist das Wohler-gehen aller Menschen in körperlicher, geistiger, seelischer und materieller Hinsicht. Wir sehen es als einen unserer zentralen Aufträge an, uns für Nächstenliebe, Demokratie, Respekt, Vielfalt und Toleranz einzusetzen und uns gegen rechtsextreme Tendenzen zu positionieren, die insbesondere für Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus und einen völkischen Nationalismus stehen.
Als christliche Organisation bekennen wir uns zur Pluralität und Vielfalt als Stärke der Gesellschaft, respektieren unterschiedliche Meinungen, Überzeugungen und Lebens-weisen und fördern den Dialog und die Toleranz zwischen verschiedenen Kulturen, Religionen und Identitäten.

Schutz der Menschenwürde
Ein zentraler Wert, der unsere Arbeit prägt, ist der im Grundgesetz an erster Stelle be-nannte Schutz der Menschenwürde. Wir machen uns stark für die Einhaltung der Grundrechte, setzen uns für die Universalität persönlicher Freiheits- und Schutzrechte für alle Menschen ein. Dabei respektieren wir die Einzigartigkeit und den Wert eines je-den Menschen, unabhängig von der Herkunft,

dem sozialen Status oder den Lebens-umständen. Diese Anerkennung der Menschenwürde bildet die Grundlage für unseren Verband sowie unsere Aktivitäten und Programme, sei es in der Arbeit mit und für Kin-der, Jugendliche, alte Menschen, kranke Menschen, armutsbetroffene Menschen, Menschen mit Behinderung oder Geflüchtete.

Solidarität und soziale Gerechtigkeit
Ein weiterer essenzieller Wert ist die Solidarität. Als Caritas verstehen wir uns als Teil einer globalen Gemeinschaft, in der jedes Mitglied Verantwortung für das Wohl anderer trägt. Dies spiegelt sich auch im Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen wider, die uns in unserer Arbeit unterstützen und tragen. Solidarität bedeutet, dass wir uns ak-tiv für die Bedürfnisse anderer einsetzen, soziale Ungerechtigkeiten bekämpfen und da-ran arbeiten, die Lebensbedingungen für alle zu verbessern. Wir setzen uns dafür ein, dass das Existenzrecht Einzelner in der solidarischen Gesellschaft nicht von ihren kör-perlichen und geistigen Fähigkeiten oder ihrer Leistung abhängig ist. Alle Menschen sind wertvoll und haben Platz in der Gesellschaft, schutzbedürftigen Menschen muss der erforderliche Schutz gegeben werden.

Zusammenhalt der Gesellschaft
Wir machen uns stark für den Zusammenhalt der Gesellschaft und den inneren Frieden als Grundlage für das Miteinander in einem offenen, demokratischen Staat. Unser Ziel ist es, ein respektvolles und gewaltfreies Miteinander zu schaffen, in dem sich alle hier lebenden Menschen wohl und zugehörig fühlen. Daher engagieren wir uns für den Dia-log zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen, institutionellen und religiösen Gruppen. Dazu gehört auch die Integration von zugewanderten Menschen. Integration ist für uns nicht nur eine Aufgabe der hier ankommenden Menschen, auch die Ankom-mensgesellschaft muss mit Offenheit und Aufgeschlossenheit und der Schaffung von Räumen für alle Menschen ihren Teil dazu beitragen. Von einer möglichst schnellen und nachhaltigen Integration profitieren nicht nur die Menschen, die zu uns kommen, sondern die gesamte Gesellschaft.

Gerechtigkeit und Chancen

Großen Wert legen wir auch auf Gerechtigkeit und Fairness. Wir setzen uns dafür ein, dass jeder Mensch die gleichen Chancen und Möglichkeiten hat, sein volles Potenzial selbstbestimmt zu entfalten und den gleichen Zugang zu Bildung hat. Dies bedeutet, Ungleichheiten abzubauen, Barrieren zu überwinden und strukturelle Veränderungen anzustoßen, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen.

Demokratie ist Fundament für Freiheit, Gleichheit und Partizipation
Neben diesen zentralen Werten stehen die demokratischen Grundwerte im Mittelpunkt unserer Arbeit. Als Organisation bekennen wir uns zur Demokratie als einem fundamentalen Prinzip der Freiheit, Gleichheit und Partizipation. Demokratie bedeutet für uns, dass alle Menschen das Recht haben, ihre Meinung frei zu äußern, an Entscheidungsprozessen teilzunehmen und ihre Interessen zu vertreten. Wir stärken demokratische Prinzipien in allen Bereichen unserer Arbeit, sei es in der internen Organisation, der Zusammenarbeit mit Parteien oder der Interaktion mit der Gesellschaft. Dies bedeutet, dass wir die Eigenkräfte der Menschen stärken, ihre Selbstständigkeit sowie Beteiligung fördern und uns gegenüber der Politik und Gesellschaft anwaltschaftlich für unsere Klientinnen und Klienten einsetzen.

Rechtsstaatlichkeit
Ein weiterer wichtiger Aspekt der demokratischen Grundwerte ist für uns die Achtung von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten. Rechtsstaatlichkeit bedeutet für uns, das Recht des Staates zu respektieren. Gewalt ist kein zulässiges Mittel, um demokra-tisch legitimierte Entscheidungen zu stoppen oder rückgängig zu machen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Rechte aller Menschen geschützt werden und stellen uns Diskriminierungen und Benachteiligungen entgegen. Das Recht auf Leben, Freiheit, Gleichheit

und Gerechtigkeit für alle ist für uns in der Caritas nicht verhandelbar.

Insgesamt setzen wir uns dafür ein, eine Welt zu schaffen, in der jeder Mensch in Würde leben kann, frei von Armut, Ungerechtigkeit und Ausgrenzung. Wir schätzen und stützen die Freiheiten unserer Demokratie, insbesondere die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Durch unsere tägliche Arbeit und unser Engagement tragen wir als Caritas dazu bei, diese Vision zu verwirklichen.
Als Caritas sind wir mit unserem Engagement nicht allein. Wir brauchen eine breite demokratische Mobilisierung, wir müssen stärker denn je als Demokratinnen und Demokraten zusammenstehen. Es kommt auf jeden Einzelnen an, sich in der Demokratie und für sie zu engagieren und die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen.

Münsteraner Erklärung zum 75. Geburtstag des Grundgesetzes: 23. Mai 2024

Herausgegeben von:
Caritasverband für das Bistum Aachen
Caritasverband für das Bistum Essen
Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln
Caritasverband für die Diözese Münster
Caritasverband für das Erzbistum Paderborn

 

Queere Pflege im Alter in der Caritas Köln

Weithin sichtbar wehen Regenbogenfahnen vor den Caritas-Altenzentren in Ehrenfeld und Rodenkirchen. In diesen zwei von insgesamt sieben Pflegeeinrichtungen in Köln legt die Caritas einen besonderen Schwerpunkt auf queere Pflege. „Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgegrenzt wurden oder das nicht offen leben konnten, werden im Alter oft von schmerzhaften Erinnerungen eingeholt. In unseren Altenzentren leben viele queere Menschen. Die meisten scheuen sich aber immer noch, sich gegenüber Mitbewohner*innen zu offenbaren. Sie fürchten, erneut abgelehnt zu werden.“ sagt Ulrich Schwarz, Leiter Leistungsbereich Stationäre Pflege in der Caritas. Gemeinsam mit Kolleg*innen hat er einen Leitfaden „Queere Pflege im Alter“ (Link zum Nachlesen: https://bit.ly/3PKEe3L) erstellt, in dem Standards für alle Mitarbeitenden, Bewohner*innen, Angehörige und Interessierte nachzulesen sind und das bedingungslose Eintreten der Caritas für Vielfalt beschrieben ist. Als direkte Ansprechpartner*innen gibt es in den Altenzentren Diversitäts-Beauftragte für alle Themen und Fragen der Bewohner*innen und Angehörigen.

Eines der regelmäßigen Angebote ist ein „Senioren-Stammtisch für Queere und Freunde“ mit Filmen, Disco, Kunstausstellungen und Austausch. „Queere Menschen sollen bei uns in den Pflegeeinrichtungen einen sicheren Raum finden, in dem sie ohne Angst vor Diskriminierung ihr Leben gestalten und an der Gesellschaft teilhaben können.“ so Schwarz. „Und für alle in der Stadt sichtbar, haben wir uns für Menschenrechte und Vielfalt bei der diesjährigen CSD-Parade eingesetzt.“ 170 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende aus der Pflege, Angehörige und Bewohner*innen der Altenzentren sind mitgegangen.

Auch Markus R. (79, Name geändert), der seit 4 Jahren im Rodenkirchener Altenzentrum St. Maternus lebt, war dabei: „Es war heiß und anstrengend, aber das waren liebe Leute, die uns zugejubelt haben. So viele Menschen habe ich noch nie gesehen.“
Er schätzt die verständnisvollen Gespräche, die er regelmäßig mit einem Mitarbeiter der Sozialen Betreuung im Altenzentrum führt. „Es tut mir gut, mit jemandem über meine Erinnerungen reden zu können. Ich muss nicht mehr verstecken, dass ich Beziehungen zu Männern hatte.“

Leonardo Martinez (89) Vorsitzender des Heimbeirats in St. Maternus begrüßt die „Queere Pflege“: „Die Regenbogenfahne, die Teilnahme am CSD, die Plakate zum Queeren Seniorenabend, all das hilft, dass sich die Menschen trauen und sich öffnen. Schließlich ist das hier ja eine Vorstufe, der Tod ist uns so nah. Da ist es wichtig, dass Wunden der Vergangenheit angesprochen werden und heilen können. Grundsätzlich funktioniert ein Zusammenleben im Altenzentrum nur mit sehr viel Toleranz, das ist für mich eine wichtige Grundlage.“

Ulrich Schwarz räumt ein, dass der eingeschlagene Weg, „Queere Pflege im Alter“, nicht allen in einem katholischen Wohlfahrtsverband wie der Caritas gefällt. „Es gibt natürlich auch konservative Menschen unter den Bewohner*innen und Mitarbeitenden, die sich bewusst für ein Haus der Caritas entschieden haben und Probleme im Umgang mit queeren Mitbewohner*innen haben. Wir haben gerade erst mit diesem Prozess angefangen, es braucht Zeit und Überzeugungsarbeit, um bei allen Verständnis zu wecken.“

Heute ist es wichtig, um gesellschaftliche Akzeptanz für „Queere Pflege im Alter“ zu werben. Das Klima wird rauer, homophobe Einstellungen und Hass-Kommentare haben nicht nur auf Social Media Konjunktur. Auch innerhalb der Kirche sorgt der Umgang mit queeren Menschen zu vielen Diskussionen und auch immer wieder für Schlagzeilen. Bereits seit vielen Jahren geht die Kölner Caritas mit ihrer offenen Haltung an die Öffentlichkeit. Die Broschüre „Wir leben Vielfalt“ (Link zur Broschüre: https://shorturl.at/ehDIU) macht eindeutig klar, dass alle Menschen als Mitarbeitende, Bewohner*innen, Klient*innen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und Herkunft in der Caritas willkommen sind. Bei der Bewegung #Out in Church, in der sich queere Mitarbeitende für eine Kirche ohne Angst einsetzen, war die Caritas unter den Erstunterzeichnenden.

Marianne Jürgens/Leitung Öffentlichkeitsarbeit

Mit Caritas international in Tadschikistan

18 Caritas-Mitarbeitende aus ganz Deutschland auf Projektreise mit Caritas international in Tadschikistan: Als wir am ersten Abend nach Ankunft  durch die tadschikische Hauptstadt Dushanbe spazieren, können wir uns noch gar nicht vorstellen, dass Tadschikistan eines der ärmsten Länder unter den ehemaligen Sowjetrepubliken ist. Die repräsentativen Bauten in der Nähe des Präsidentenpalastes bilden einen Kontrast zur Armut und dem Unterstützungsbedarf , die wir in den nächsten Tagen bei Hausbesuchen erleben.

Einladung zum Tee bei Mashhura zuhause

In Vahdat, 30 km von Dushanbe entfernt, besuchen wir die 25-jährige Mashhura, sie hat von Geburt an eine schwere Zerebralparese. Hier empfängt uns die Großfamilie mit offenen Armen und lädt uns zum Tee ein.  Mashhura freut sich über unseren Besuch und strahlt uns an. Niso, ihre alleinerziehende Mutter, erzählt von den schweren ersten Jahren. Kinder mit Behinderung werden oft zu Hause versteckt. Es fehlt das Wissen, sie zu fördern und sie so zu akzeptieren, wie sie sind. Niso erfuhr vom Projekt der Caritas-Partnerorganisation Durakshon, als ihre Tochter 11 Jahre alt war. Mit Hilfe der Rehabilitation und Förderung lernte Mashhura während des Projektes viele Alltagskompetenzen wie Waschen und Anziehen. Das Projekt stellte auch den Kontakt zu einem Privatlehrer her, der Mashhura mit staatlicher Finanzierung bis zur 9. Klasse mit einem vereinfachten Programm zuhause unterrichtete.
Für ihre Mutter Niso war das von Caritas international geförderte Projekt die große Chance. Sie fand aus ihrer Depression und Ohnmacht heraus, absolvierte alle angebotenen Schulungen. Inzwischen ist sie selbst Sozialarbeiterin und koordiniert die Soziale Arbeit mit Kindern mit Behinderung und auch Senioren als stellvertretende Leiterin der NGO Durakhshon. „Eltern sind die größte Stütze für die Rehabilitation. Ich zeige den Familien, wie sie mit solchen Kindern richtig umgehen, sie fördern, mit ihnen unter die Leute gehen und in Kontakt kommen.“ sagt sie.
Wenn die Kinder 18 werden, endet die Projektförderung. Danach haben sie kaum eine Perspektive. Auch Niso ist beim Blick in die Zukunft für ihre Tochter bedrückt und ratlos. Mashhura hat noch Glück und den Rückhalt in der Großfamilie. Als gelernte Physiotherapeutin unterstützt die Großmutter ihre Enkeltochter mit Übungen. Und die Familie macht mit ihr Ausflüge und fördert ihre Interessen wie Musik und Malen.

Ibrohimek hat ein Start up für Handy-Reparatur gegründet.

Ortswechsel: Parvina Tadjibaeva, Leiterin des Länderbüros Caritas Deutschland in Tadschikistan ist sich der Problematik für junge Erwachsene mit Behinderung bewusst. Ausgehend von einem Sozialzentrum der Gemeinde in einem Bergdorf in Ayni hat die Caritas neben der Förderung von Familien mit Kindern mit Behinderung auch ein Programm für junge Erwachsene mit Handicaps aufgelegt. Nach Workshops, die zur Gründung von Kleinunternehmen befähigen, waren 78 junge Menschen eingeladen, ihre Start up-Ideen zu präsentieren. 10 von ihnen wurden ausgewählt und finanziell bei der Gründung unterstützt. Einer von ihnen ist Ibrohimek, der sehbehindert ist. Er repariert Handys. Inzwischen leitet er auch eine Dependance der örtlichen Telefongesellschaft: „Ohne die Förderung hätte ich keine Perspektive gehabt. Jetzt bin sehr zufrieden und stolz, meine Geschäfte laufen gut.“

Parvina Tadjibaeva, Leiterin des Länderbüros von Caritas Deutschland in Tadschikistan

Parvina Tadjibaeva (Leiterin des DCV-Länderbüros in Tadschikistan), organisiert für uns nicht nur die Kontakte zu den sozialen Projekten. Sie bringt uns auch das Leben hier näher, die Kultur, die Gewohnheiten, das Essen …
Wir sind berührt von der Gastfreundlichkeit, und wie warmherzig und offen alle Menschen zu uns sind, denen wir begegnen.

Gastfreundschaft: Einladung zum traditionellen Essen

Eine Sozialarbeiterin lädt unsere gesamte Gruppe zu einem wunderbaren Festessen mittags bei ihrer Familie ein. Und nicht nur das. Nach dem gemeinsamen Essen des erfrischenden Traditionsgerichtes Kurutob mit selbst gebackenem Brot darf das traditionelle Tänzchen nach dem Essen nicht fehlen, das alle strahlen lässt.

Nationalgericht Palov

Abends öffnet ein weiterer Kollege sein Haus für uns, verwöhnt uns mit köstlichem Palov und lädt einen Musikerfreund aus St. Petersburg, der für uns auf der Gitarre spielt.


Einblicke in die Seniorenarbeit:
Im Zentrum der NGO Durakhshon tagt der Seniorenclub. Ältere Frauen und Männer, die Jahrzehnte noch in Zeiten der Sowjetrepublik gearbeitet haben und viele Kompetenzen mitbringen, kommen hier zusammen. Da sind der Theater-Musiker, der Arzt und Therapeut, der lange Jahre eine Klinik leitete, die Druckerin, die Physiotherapeutin und eine Seidenraupenzüchterin. In wöchentlichen Treffen bereiten sie ein Projekt mit dem Ziel einer besseren Integration älterer Menschen in die Gesellschaft vor. 2024 wird es starten und ist von Caritas Deutschland finanziert. Die Senior*innen überlegen, welche Freizeitaktivitäten ankommen und womit sich andere ältere Menschen aktivieren lassen. Das können gemeinsames Nähen, Backen, Schach, Gymnastik und Tanzen sein.

Seniorenclub im Tageszentrum der Caritas-Partnerorganisation Durakhshon

Im Austausch werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der sozialen Arbeit deutlich. Die Projektidee ist sehr ähnlich wie die SeniorenNetzwerke in Köln. Ich berichte von der Nachbarschaftshilfe Kölsch Hätz, die der großen Einsamkeit älterer Menschen in der Stadt entgegenwirkt. Die Seniorinnen und Senioren können nicht verstehen, dass Nachbarschaftshilfe wie bei uns in Deutschland gesteuert werden muss. In Tadschikistan ist es selbstverständlich, dass sich Nachbarn umeinander kümmern und täglich nach einem schauen. Und selbst wenn Kinder wegen der Arbeit migrieren, bleibt immer noch ein Kind zuhause, um den alten Eltern zu helfen. Wenn das nicht möglich ist, wird täglich per Video mit den Kindern im Ausland telefoniert.

Begegnungen im Pflegeheim Batosh

 

 

 

 

 

 

Besuch des staatlichen Pflegeheims „Batosh“ in Tursunzade: Hier leben rund 220 ältere Menschen und Erwachsene mit Behinderung jeden Alters, aber auch Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht waren. Ihnen stehen Einzelzimmer oder als Ehepaare Doppelzimmer zu Verfügung. Zusätzlich sichert ein eigener landwirtschaftlicher Betrieb die Selbstversorgung des Hauses mit Lebensmitteln. Caritas fördert Schulungsprogramme des Personals in Rehabilitationsmaßnahmen, u.a. Physiotherapie. Im Gespräch erzählen uns die Bewohner*innen ihre Lebensgeschichten und wie sie ihre Zeit verbringen. Der Direktor führt uns durchs Haus und ist stolz auf die Komplettversorgung der Menschen. Ein russisches Ehepaar ist nach dem Bürgerkrieg wohnungslos geworden. Bereits mit 50 Jahren sind sie daraufhin in Batosh untergebracht worden. Gerne hätten sie noch gearbeitet, aber das war nicht erlaubt. Jetzt ziehen sich die Tage ohne Beschäftigung in die Länge. Auch die Unterbringung der jungen Erwachsenen mit Behinderung werfen bei uns Fragen auf. Wir sprechen mit einer jungen schwangeren Frau. Sie hat bereits eine sechsjährige Tochter, die bei ihrer Schwester aufwächst, so wird es auch beim nächsten Kind sein. Die Kinder dürfen nicht bei ihr im Heim leben.

„Tadschikistan – wo liegt das eigentlich?“
Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Ein paar Fakten zum Land: Tadschikistan grenzt an China, Afghanistan, Usbekistan und Kirgistan. Die Hauptstadt Dushanbe, Sitz des Präsidenten, ist mit einer Million Einwohner*innen so groß wie Köln (Gesamteinwohnerzahl: 8 Millionen). Dushanbe schillert, blinkt und strahlt in seiner opulenten Pracht.

Prunkvolles Großes Teehaus in Dushanbe

Fahrt durchs Hochgebirge

Auch wenn die Prunkbauten in der Hauptstadt es nicht vermuten lassen: Tadschikistan ist das ärmste Land unter den ehemaligen Sowjetrepubliken, nach einem Bürgerkrieg ist das Land seit 1991 unabhängig und eine Präsidiale Republik unter Präsident Rahmon. Im Stadtbild ist er mit seinem Konterfei an vielen Gebäuden omnipräsent.
Einen Kontrast bilden die Überlandfahrten durch hohe, karge Berge. 93 % der Fläche ist Gebirge. Auf den Autostraßen laufen immer wieder Ziegen und Kühe.  Tadschiken ziehen mit ihren Lasteneseln vorbei. Wir besuchen Bergdörfer, in denen nicht alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten und jetzt mit einem Quellwassersystem dank Spendengeldern von Caritas international Abhilfe geschaffen wird.

Ein großes Problem in Tadschikistan ist die Arbeitsmigration. Viele junge Menschen finden keine berufliche Perspektive. Ein Drittel der jungen Erwerbstätigen geht als Arbeitsmigranten überwiegend nach Russland. Familien zerbrechen, es gibt mehr allein lebende, einsame ältere Menschen, die mit ihrer niedrigen Rente ihr Leben nicht finanzieren können.

NGO’s versuchen, mit Pilotprojekten dagegen zu steuern: Nicht nur junge Erwachsene mit Handicap erhalten die Chance durch Spendengelder, ein kleines Geschäft zu gründen. Auch die NGO Zumrad fördert junge Erwachsene, vor allem Waisen, mit Unterstützung der Caritas, ein Start up zu gründen und sie so im Land zu halten.

Austauschtreffen mit Caritas-Kolleg*innen aus Tadschikistan im Caritas-Büro in Dushanbe

Expertenaustausch: Thema ist der Aufbau einer Struktur sozialer, pflegerischer und medizinischer Berufe in Tadschikistan mit den Caritas-Kolleg*innen vor Ort. Wir verstehen im Laufe der Diskussion, wie sehr sich die Berufsbilder mit Ausbildungswegen in Deutschland von den bestehenden in Tadschikistan unterscheiden. Das zeigt sich u.a. beim Verständnis von Sozialer Arbeit. Sozialarbeiterinnen in Tadschikistan haben nicht wie in Deutschland ein Studium absolviert sondern sind ungelernte Kräfte, deren Hilfe Haushaltstätigkeiten wie Putzen, Kochen, Einkaufen umfasst. Caritas legt daher Schulungsprogramme auf, um die Mitarbeitenden der staatlichen Organisationen zu  qualifizieren. Auch wenn das Fachwissen bei den Sozialarbeiterinnen noch fehlt: Was wir vor allem bei unseren Hausbesuchen mitnehmen und bei uns in Deutschland oft fehlt, ist die große Warmherzigkeit, die die Mitarbeitenden den älteren, kranken Menschen entgegenbringen. Sie nehmen sie in den Arm, trösten sie, hören ihnen zu, sind einfach für sie da.

Tanzen geht immer.

Erfüllt von den vielen Begegnungen und Eindrücken geht es nach acht Tagen wieder nach Hause. Wenn ich an die Menschen und ihre Gastfreundschaft denke, geht mir immer wieder das Herz auf. Das sind viele Erinnerungen, beispielsweise an den Bewohner eines armen Bergdorfes, der aus Dankbarkeit für die Caritas-Unterstützung ein Schaf für uns schlachten möchte, an die vielen freundlichen Menschen mit ihrer Hilfsbereitschaft, egal wo wir hinkommen.
Und was Parvina mit ihrem Team von insgesamt 10 Mitarbeitenden, ausgehend vom Caritas-Büro in Dushanbe in Tadschikistan und länderübergreifend leistet, ist einfach großartig. Sie erkennen den Bedarf an sozialer Arbeit und Unterstützung, entwickeln die passenden Konzepte und setzen sie mit großem diplomatischem Geschick auch in Kooperation mit staatlichen Stellen und dank eines breiten Netzwerkes um.

Für diese wichtige Arbeit sind Spenden immer willkommen:
Caritas international
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe

Marianne Jürgens/Öffentlichkeitsarbeit Caritasverband Köln

Wie bleibt die Pflege in Zukunft bezahlbar?

Der Spiegel berichtet in seiner online Ausgabe am 14.08.2019 über eine Initiative der großen Koalition in Berlin: „Nur Gutverdiener sollen für Eltern noch zahlen müssen. Wenn alte Menschen ins Pflegeheim müssen, aber den Eigenanteil nicht aufbringen können, müssen je nach Einkommen die Kinder bezahlen. Jetzt will die Koalition die Grenzen dafür deutlich anheben. Die Kommunen wehren sich. Kinder pflegebedürftiger Eltern sollen finanziell entlastet werden. Das sieht das Angehörigen-Entlastungsgesetz vor, das an diesem Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen werden soll. Wenn das Geld des zu Pflegenden und die Mittel der Pflegeversicherung nicht reichen, können die Kinder für die Leistungen zur Kasse gebeten werden. Dies soll künftig aber erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro möglich sein.“

Bereits im Oktober 2018 hatten die Fachverbände VKAD (Caritas) und DEVAP (Diakonie) ihr gemeinsames Impulspapier zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung mit Reformvorschlägen für Neuordnung der Pflegeversicherung vorgelegt. Hierbei ist der Vorschlag, die Pflegeversicherung ist so umzugestalten, dass die Betroffenen künftig nur einen fixen Sockelbetrag für ihre pflegebedingten Kosten zahlen. Die Höhe dieses Sockelbetrages ist politisch festzulegen und muss das Risiko der Sozialhilfebedürftigkeit deutlich mindern. Die darüber liegende, aufgrund von Personalkostensteigerungen wachsende Kostenspitze muss von der Pflegeversicherung getragen werden, womöglich mit einem Steuerzuschuss.

Beide Ansätze zeigen auf: Eine Verbesserung der Pflegesituation, mehr Personal, eine bessere Bezahlung in Pflegeberufen – alle diese drängenden Themen kosten am Ende mehr Geld. Wenn diese höheren Kosten aber nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen und deren Angehöriger gehen sollen, dann ist es erforderlich, die Finanzierung der Pflege zu verändern.

Aktuell werden nur rund 1/3 der Pflegekosten über die Pflegeversicherung finanziert. Den Rest zahlen dann die Pflegebedürftigen selber, dessen Angehörige oder die Sozialhilfe.

Aber: Warum werden die Mittel für Pflege nur über die aus den Einkommen der Lohnempfänger finanziert? Warum werden nicht auch aus den Einkünften der Erträge aus Kapital und Vermietung Leistungen der Pflege finanziert? Eine Stärkung der Pflege erfordert Geld, ob aus weiteren Erhöhungen der Pflegeversicherungsbeiträge, oder aus einer Erhöhung der steuerfinanzierten kommunalen Sozialleistungen.

Die Not der Angehörigen – es mangelt an stationären Pflegeplätzen in NRW und besonders auch in Köln!

Am Wochenende berichtete das landespolitische Magazin “Westpol” im WDR über die zunehmende Problematik fehlender Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stetig an, doch das Angebot wird immer knapper. Neue Pflegeeinrichtungen entstehen kaum, in den bestehenden Einrichtungen führt die Erhöhung der Einzelzimmerquote zu einer Reduzierung von vorhandenen Plätzen.

Alte Menschen werden vorwiegend zu Hause versorgt, auch bei Pflegebedürftigkeit. Doch wenn dies nicht mehr funktioniert, weil Angehörige überfordert sind, oder die Pflege zu intensiv und belastend wird, muss auch jedem Menschen die Pflege in einer Pflegeeinrichtung in der Nähe zu seinem bisherigen Umfeld ermöglicht werden. Leider ist dies in NRW und Köln nicht mehr so möglich!

“Natürlich kommen die hier andauernd und sagen, die Abschreibung ist zu lang!”, so Minister Laumann, der als Gesundheitsminister doch die Rahmenbedingungen für Pflege in NRW gestalten sollte. “Die”, das sind die Träger der Pflegeheime, also auch wir von der Caritas!

Und überhaupt seien die Investitionskosten in NRW mit die höchsten in Deutschland. So einfach ist das also für Herr Laumann!

Tatsächlich sieht die Situation so aus: Der Preis für eine gute Eigentumswohnung in Köln-Ehrenfeld liegt bei einer Fläche von 100 qm aktuell zwischen 300.000 und 400.000,- €.Der Bau eines Pflegeplatzes mit 53 qm pro Person kostet die Caritas Köln zwischen 120.000 und 130.000,- €, obwohl der Bau eines Pflegeheimes wesentlich höhere Anforderungen hat, als eben der einer Wohnung! Refinanziert werden pro Platz aber nur rund 100.000,- € der Baukosten. Den Rest steuert die Caritas aus Eigenmitteln bei. Das Grundstück wird im Übrigen gar nicht refinanziert.

Darum sollte die Politik hier die Rahmenbedingungen aktiv gestalten, sonst wird die Not der Angehörigen immer größer.

Link zum Beitrag Westpol: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westpol/video-die-not-der-angehoerigen-102.html

 

 

#FühlDichwohl #WirsetzenZeichen #ElisabethvonThüringen

Pflegenotstand, Personalmangel, schlechte Bezahlung in der Pflege…Das sind Schlagwörter, denen man schnell begegnet, wenn es um Pflegeberufe und Altenpflege geht.

Unsere Kolleginnen und Kollegen im Caritas-Altenzentrum Elisabeth-von-Thüringen wollen nicht nur meckern, sondern auch handeln. Darum haben Sie eine Kampagne gestartet, um für neue Mitarbeiter*innen zu werben. Sie sagen: „Die Arbeit in der Altenpflege ist anspruchsvoll und oft auch herausfordernd! Aber meine Arbeit ist wertvoll und sinnstiftend – und sie macht mir Spaß!” Und: “Die Bezahlung bei der Caritas stimmt – sie liegt deutlich über dem, was ich bei einem privaten Arbeitgeber oder vielen anderen Einrichtungen verdiene.“

Und so werden die Mitarbeiter*innen im Worringer Caritas-Altenzentrum Elisabeth-von-Thüringen-Haus selber aktiv: Sie verteilen Flyer und Aushänge, um neue Kollegen zu werben und es wurde ein Banner entworfen, das nun wechselnd an verschiedenen Stellen im Ort aushängen wird.

Die neue Kampagne zur Gewinnung neuer Mitarbeiter*innen in der Hauswirtschaft und Pflege ist am letzten Donnerstag mit einem Wohlfühltag für alle in unserem Caritas-Altenzentrum Elisabeth-von-Thüringen Haus gestartet.

Unter www.caritas-koeln-jobs.de findet man alle Stellenangebote. Und sie können auch mit einem Klick per facebook, E-Mail, whatsapp und Xing geteilt werden.

Super, dass unsere Kolleginnen und Kollegen selber aktiv werden! Und das zeigt, dass sie  von ihrem „Job“ überzeugt sind!

Start mit einem Mitarbeiter*innen-Wohlfühltag!

Kolleginnen und Kollegen werben für Ihren Arbeitsplatz!

„Die Politik der Bundesregierung ist ein Frontalangriff auf die ambulante Pflege“

Maria Hanisch, leitet im Geschäftsfeld Alter und Pflege die Stabsstelle Ethik, Seelsorge und gesundheitliche Versorgungsplanung

„Die Politik der Bundesregierung ist ein Frontalangriff auf die ambulante Pflege“ mit dieser Äußerung ist Professor Ronald Richter in diesen Tagen an die Öffentlichkeit getreten.
Richter kritisiert damit die pflegepolitische Weichenstellung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz sei ein Gesetz für Krankenhäuser. Die ambulante Pflege bleibt dabei außen vor. Die Stärkung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen führt  zu einer  weiteren Zuspitzung der Situation in der ambulanten Versorgung. Denn bei den vorhandenen Pflegekräften wird es allenfalls zu einer Umverteilung kommen. Der Markt an Pflegekräften ist leer und wenn noch mehr Menschen in stationären Einrichtungen arbeiten, bleibt die ambulante Versorgung  auf der Strecke. Das wiederum führt dazu, dass noch mehr Menschen in Krankenhäusern oder Altenpflegeeinrichtungen versorgt werden müssen. Ein unheilvoller Kreislauf.
Auch die Vereinigung der Arbeitnehmer und Rentner (ARU) kritisiert in einem offenen Brief, das neue Gesetz. Kritikpunkt ist vor allem, dass die Kosten einseitig von den gesetzlich Versicherten getragen werden müssen, obwohl alle Bürger*innen davon profitieren.
Im Brief heißt es: „Sie beteiligen erneut keine Politiker, Beamte, Selbstständige, Freiberufler und Künstler“, an den Kosten. An einer anderen Stelle: „Was hindert Sie daran, eine Grundpflegeversicherung für alle Bürger*innen, zu gleichen Bedingungen, einzuführen. Wer Zusatzleistungen haben will, der kann diese zusätzlich privat versichern. Es muss endlich Schluss sein mit all den Ausnahmeregelungen und der Benachteiligung derjenigen, die erst das Geld erarbeiten bzw. erarbeitet haben.“
Aus meiner Sicht gute Fragen und Anregungen!

Impressionen aus Holland!

Windmühlen, Tulpen, Käse…… das können typische Impressionen aus den Niederlanden sein. Ich hatte gestern die Möglichkeit das niederländische Demenzdorf De Hogeweyk zu besuchen. Dieses wurde und wird immer wieder in deutschen Medien hervorgehoben, wenn es um neue und andere Wege der stationären Pflege und Betreuung Demenzkranker geht.

Mir hat wirklich sehr gefallen, wie entspannt und ruhig die Atmosphäre dort ist. Tatsächlich wirkte das Ganze mit dem Zugang über eine zentrale Markthalle mit Cafe, Restaurant, Kneipe und Mini-Supermarkt für mich als ausflugserfahrener Familienvater eher wie ein Centerparc, als wie ein Altersheim.

Das Konzept folgt im Wesentlichen der Idee, dass ein demenzkranker Mensch in seiner eigenen Lebenswelt lebt. Die Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger wollen die Erfahrung so real wie möglich für die Bewohner machen. So kaufen  die Betreuer mit Bewohnern im Supermarkt ein und die Bewohner assistieren dann beim Zubereiten und Kochen wie zu Hause. Die Wohnstile der Gruppen folgen der Lebenskultur der Biographie Ihrer Bewohner, und es wird versucht, den neuen Bewohner in eine für ihn passende Lebenswelt einziehen zu lassen. Die kann eine eher bürgerlich-intellektuelle, wie auch eine aus dem Arbeitermilieu sein, je nachdem, welche Umgebung für den Bewohner vertraut wirkt. Bewohner in jedem Haus haben ihr eigenes großes Schlafzimmer und teilen sich mit anderen Bewohnern Badezimmer, Wohnzimmer, Küche und Esszimmer. Das Leben läuft im Wesentlichen in diesen Hausgemeinschaften ab, wobei jeder Bewohner fast immer das Haus verlassen und sich in der Anlage frei bewegen kann. Die Mitarbeiter sind angehalten, die Realitäten des alten Menschen zu akzeptieren, statt zu korrigieren.

Insgesamt leben dort 152 Menschen in 24 Einheiten für 6-8 Personen.

Ich möchte jetzt nicht in eine Diskussion eintreten, ob ein solches Konzept richtig oder falsch ist, oder ob man hier nicht eine Scheinwelt wie im Film „die Truman-Show“ mit Jim Carrey aufbaut, oder auch nicht, ob die Holländer wie immer einfach viel innovativer und ideenreicher als wir Deutschen sind.

Auch in Holland ist De Hogeweyk nicht das übliche Konzept! Weiterlesen

Digitalisierung in der Pflege

Die Caritasverbände in NRW berichten in Ihrer aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift “Caritas in NRW” über die Aktivitäten unseren Caritas-Altenzentrums in Sachen “Digitalisierung in der Pflege”. Dieser Bericht bietet einen guten Einblick in die Möglichkeiten der gezielten Nutzung von digitalen Medien in der Pflege. Eine 93-Jährige mit einer Virtual-Reality-Brille auf der Nase? Wirkt zunächst vielleicht ungewöhnlich und wirft Skepsis auf. In der Tat bietet sich aber gerade in der Betreuung und Pflege eine Chance zum gewinnbringenden Einsatz digitaler Medien.
Im Caritas-Altenzentrum St. Maternus der Caritas Köln gehört die Hightech-Brille zum Alltag der 117 Bewohner – genauso wie Tablets oder Computer-Spiele. Hier geht’s zur Reportage: http://t1p.de/0zaw

http://caritas.erzbistum-koeln.de/koeln-cv/pflege_senioren/caritas-altenzentren/caritas-altenzentrum_st_maternus/

Der neue Gesundheitsminister und die Altenpflege: eine Sammlung von Absichten ohne konkrete Lösungsansätze

Unser heutiger Blog ist geschrieben von Frau Sophia Kossa , Assistentin der Geschäftsfeldleitung

Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat umfassende Besserungen in der Altenpflege angekündigt. Nur wenige Stunden nach seiner Amtsübernahme spricht er beim Deutschen Pflegetag und nennt, was die Regierung laut Koalitionsvertrag für die Pflege tun will.
Es soll mehr Lohn, eine neue Ausbildungsoffensive, mehr Personal, mehr Anreize für Vollzeit geben und natürlich nicht zu vergessen die 8000 neuen Fachkraftstellen per Sofortprogramm. Schön und gut, aber neu ist das nicht!
Interessant wäre zu erfahren, wie steigende Lohnkosten finanziert werden sollen? Wo kommen das Personal und die Auszubildenden her? Was sind die Anreize für Vollzeitbeschäftigung? Und wie ergibt sich die Zahl von 8000?

Derzeit arbeiten eine Million Menschen in der Alten- und Krankenpflege. Das ist deutlich mehr als in der Automobilindustrie und der Bedarf steigt rapide. Aktuell können gut drei Viertel der offenen Stellen nicht mit Fachkräften besetzt werden. Daraus resultiert, dass höhere Standards und deutlich mehr Personal nur mit steigenden Mehrausgaben für die Pflege bezahlt werden können.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz spricht davon, dass für eine bessere Pflege die Ausgaben um mindestens 500 Euro pro Monat für jeden Pflegefall steigen müssten. Bei momentanen 2,9 Millionen Pflegebedürftigen sind das keine Centbeträge!
Besonders vor dem Hintergrund, dass die gesetzliche Pflegeversicherung das vergangene Jahr erstmals seit 2007 mit einem Minus abgeschlossen hat, da 2,4 Milliarden Euro mehr ausgegeben wurden als eingenommen.
Deshalb stellt sich die Frage, wie sollen die Lohnerhöhungen finanziert werden?

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