Engagement mit Zukunft – für Teilhabe Älterer im Sozialraum

Großes Interesse an Fachtagung von Caritas Köln und Hochschule Düsseldorf

Am 3. Februar fand online die Abschluss-Fachtagung des Projekts „Ehrenamt mit Zukunft“ statt.

Weit über 200 Interessierte aus ganz Deutschland, einzelne auch aus Österreich und der Schweiz, nahmen an der Veranstaltung mit zahlreichen Vorträgen und Workshops teil. Anlass war der Abschluss eines dreijährigen, gleichnamigen Projektes von Caritas Köln und der Hochschule Düsseldorf, gefördert von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW. Das Projekt hatte zum Ziel, neue Ideen für freiwilliges Engagement zu entwickeln und zu initiieren und somit die Teilhabe älterer Menschen in ihrem Sozialraum zu unterstützen.

Dabei ist die Bereitschaft für freiwilliges Engagement grundsätzlich groß: 30 Millionen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich, das sind mehr als 40 % unserer Bevölkerung ab einem Alter von 14 Jahren, Tendenz steigend. Ohne Ehrenamt geht es also nicht. Aber: Die große Zahl engagierter Menschen stellt auch vor Herausforderungen. Nicht jede Bereitschaft kann befriedigt werden, oft passen das „Angebot“ und die „Nachfrage“ nicht zusammen, Frust entsteht. (mehr …)

Corona betrifft uns alle, aber nicht alle gleichermaßen

Dieser Gastbeitrag unseres Kollegen Jonas Bücker aus der Kinder- und Jugendarbeit nimmt die jungen Menschen in den Blick.

Es gibt Lebensphasen, in denen wir lernen Autonomie zu entwickeln, soziale Bindungen einzugehen, uns vom Elternhaus unabhängig zu machen. 

Zu diesen Entwicklungsaufgaben gehört die Erfahrung etwas bewirken zu können, einen Unterschied zu machen, etwas zu können. In diesen Lebensphasen entwickeln Menschen eine Idee von sich selbst und der Welt. Ein Großteil dieser Erfahrungs- und Bildungsprozesse findet für gewöhnlich in der Lebensphase Jugend statt.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Entwicklungsaufgaben für viele junge Menschen erschwert, manchmal auch unmöglich gemacht. Kinder und Jugendliche haben während der Pandemie an vielen Stellen verzichtet. Klassenfahrten fielen aus ebenso wie Abschlussfeiern.  (mehr …)

Der Kita-Alltag und Corona: Ein aktuelles Stimmungsbild aus unseren CariKids-Kindertagesstätten

Die Omikron-Variante lässt die Corona-Infektionszahlen in Deutschland kontinuierlich steigen, jeden Tag wird aufs Neue der Rekord gebrochen. Corona-Schutzmaßnahmen gelten nach wie vor. Schulen und Kitas bleiben geöffnet, was für die Kinder und Eltern ein Stück Normalität in der Pandemie bedeutet. Aber wie sieht der Alltag für die Erzieher*innen in den Kitas angesichts der sich ständig ändernden Corona-Regeln und der hohen Infektionszahlen unter Kita-Kindern und Mitarbeitenden aus? Diese fühlen sich zunehmend von der Politik im Stich gelassen. Aus diesem Grund haben sie an der Protestaktion unter den Hashtags #Kitasamlimit und #esreicht teilgenommen. Gestartet hatte diese unter anderem der Verband für Kita-Fachkräfte NRW.

„Wir haben die schönste Arbeit von allen“
Eins vorab: Unsere Erzieher*innen sind mit dem ganzen Herzen bei der Sache. „Wir haben die schönste Arbeit von allen. Es ist toll, die Kinder täglich zu erleben, mit ihnen zu arbeiten und zu leben. Wir sehen die einzelnen Entwicklungsschritte und freuen uns, wenn unsere Angebote und Aktivitäten den Kindern Spaß machen und sie motivieren, zu lernen und Erfahrungen zu machen“, sagt Monika Düren, Leitung der inklusiven Kita Maria Hilf der CariKids gGmbH.

Bei aller Leidenschaft für den Beruf sind Erzieher*innen aktuell aber auch höchsten Belastungen ausgesetzt. Und das quasi „unter dem Radar“ der Politik. (mehr …)

Interview mit der Schulleiterin des Bildungszentrums für die generalistische Pflegeausbildung

 

Anlässlich unseres Jahresberichts und dem gerade erfolgten Spatenstich für unser neues Bildungszentrum haben wir ein Interview mit der Schulleiterin des Bildungszentrums Dipl.-Päd. Myrofora Hatziliadis M.A. geführt.  

 

1. Was sind aus Ihrer Sicht die hauptsächlichen Vorteile der generalistischen Pflegeausbildung?

Aus dem Blickwinkel der Azubis

Nach der Ausbildung sind sie in der Lage, stationär oder ambulant Menschen jeden Alters sowohl im Krankenhaus als auch im Pflegeheim zu pflegen. Sie können im Laufe ihres Berufslebens den Bereich wechseln und ihre Berufstätigkeit… (mehr …)

Caritas Köln unterstützt #OutInChurch

125 queere Menschen, die im Dienst der katholischen Kirche arbeiten, haben sich kürzlich mit #OutInChurch geoutet und wenden sich mit dieser Aktion gegen eine Kirche in Angst.

„Wir als Caritas Köln verbeugen uns vor ihrem Mut!“ sagt Caritas-Vorstand Peter Krücker. „#OutInChurch setzt sich mit der Aktion aktiv für Offenheit und Vielfalt in der Kirche ein. Das ist eine Kirche, die auch wir uns als Caritas Köln wünschen und leben.“
Die Bewegung #OutInChurch ist ein beeindruckendes Zeichen für eine Erneuerung der Kirche: Die Unterstützer*innen stoßen als bekennende Mitglieder der kath. Kirche von innen heraus längst überfällige Veränderungen an. Die Caritas Köln unterstützt und steht uneingeschränkt hinter den sieben Forderungen von #OutInChurch: https://outinchurch.de/manifest/forderungen/

Seit vielen Jahren steht der Caritasverband Köln dafür ein, innerhalb der Kirche einen diskriminierungsfreien Raum zu schaffen und zu etablieren.

 „Bei uns ist es gelebte Praxis, gemeinsam mit allen Menschen, die die Werte der christlichen Nächstenliebe tragen und leben, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung in unserer Dienstgemeinschaft zu arbeiten.“ führt Caritas-Vorstand Peter Krücker weiter aus. Vor einigen Jahren wurde in der Broschüre „Wir leben Vielfalt“ der Caritas Köln bereits eine klare Aussage dazu getroffen: „Homosexuelle Mitarbeitende gehören selbstverständlich zur Dienstgemeinschaft dazu. Dies gilt auch für jene, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft/Zivilehe leben. Diese ist kein Hinderungsgrund für eine Anstellung oder Weiterbeschäftigung.“ (Link zur Broschüre „Wir leben Vielfalt.“ https://bit.ly/33Nr14I)
Gottes Nächstenliebe fragt nicht nach sexueller Orientierung. Die Mitarbeitenden und der Vorstand des Caritasverbandes Köln solidarisieren sich mit #OutInChurch und unterstützen eine Kirche der Zukunft, in der Angst keinen Platz hat.  

 

Offen geht – Es muss gehen!

von Susanne Rabe-Rahman/Perspektivberatung für Flüchtlinge der Caritas Köln

#offen geht. So lautet das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche, dass sehr gut zum Tag des Flüchtlings in dieser Woche am 01.10.2021 passt!

#offen geht – in Köln haben wir die „Interkulturellen Woche“ schon lange zu einem „Interkulturellen Jahr“ gemacht… Aber in der Flüchtlingspolitik braucht es aktuell länger, eine viel zu lange Zeit, Verschlossenheit zu überwinden. Wir denken aktuell insbesondere an die Zustände an den Grenzen – zwischen Polen und Belarus, zwischen USA und Mexiko, zwischen Türkei und Griechenland, zwischen Afghanistan und Pakistan, zwischen Meer und Land.

#offen geht! Stoppt die Kriminalisierung der Rettung von Menschen aus dem Mittelmeer! Stoppt die illegalen Push Backs an den Grenzen! Nehmt Geflüchtete und Schutzsuchende auf, statt sie zum Spielball politischer Interessen zu machen! Es sind Menschen! Sie haben das gleiche Recht zu leben wie wir! (mehr …)

HOCHFAHREN nach dem Lock-DOWN?

Gedanken von Thomas Zumstrull, Stab Christliche Identität und Seelsorge in der Caritas Köln:

Nach dem Lock-DOWN soll nun alles wieder HOCHGEFAHREN werden: Der Tourismus, das Einkaufen, der Verkehr, die Wirtschaft,  Veranstaltungen etc. ect.
Einiges in unserer freiheitlichen Demokratie davon wünsche ich mir auch wieder und habe es schmerzlich vermisst.
Aber war da nicht mal in den Wochen um Ostern das Innehalten als positiv erlebt worden? Mit spielenden Familienrunden und solidarische Nachbarschaftshilfen, regionalem Einkaufen und unterschätzten Naturerlebnissen sowie langen Telefonaten mit Freunden. Beispiele für eher traditionelle Dinge und Werte, die eine Renaissance erlebten.

Sind die nun alle wieder passé? Ist das Gestern unserer Marktwirtschaft und Schnelllebigkeit auch wieder das Morgen?
Ich wäre für ein HOCHFAHREN in einer Geschwindigkeit, bei der möglichst viele mitkommen. Ich wünsche mir, dass die Dinge, die eigentlich mehr Ballast als zukunftweisender Gewinn sind, gar nicht erst mitgenommen werden auf dieser Reise, von der ja noch niemand weiß, wie sie wirklich verlaufen wird.

Frohe Ostern! Gedanken zum Einfluss der Covid-19-Pandemie.

Susanne Rabe-Rahman, Leiterin der Caritas-Perspektivberatung für Flüchtlinge, zum Einfluss der Covid-19-Pandemie, zu problematischen Entwicklungen und was aktuell Hoffnung gibt:

Ich gebe zu, ich habe den Einfluss der Covid-19-Pandemie unterschätzt. Heute fordert der UN-Sicherheitsrat deshalb einen weltweiten Waffenstillstand! Und er weist auf die Gefahren durch „Bio-Terroristen“ hin…
Ich habe unterschätzt, wie stark humanitäre Notlagen mit militärischen Strategien und Begrifflichkeiten verknüpft werden, beginnend damit, dass „Ärzte und Pflegepersonal jetzt an vorderster Front“ kämpfen.
Ich bin erstaunt, wie schnell wir in vermeintlich bedrohlichen Situationen selbst in einem sehr reichen Land dazu neigen, uns selbst in „Sicherheit“ zu bringen, und sei es mit ausreichend Toilettenpapier und Mehl, damit allerdings wieder die Unsicherheit bei anderen erhöhen, was zu zahlreichen Nachahmer*innen führt – und dann wirklich zu vorübergehenden Versorgungsengpässen…

Bitterer in allen Konsequenzen ist der tatsächlich bestehende Versorgungsengpass bzgl. Schutzausrüstung gegen Infektionen für den medizinischen und pflegerischen Bereich, und noch viel relevanter, dass tatsächlich – nicht nur deshalb – in einigen Pflegeeinrichtungen jetzt nicht mehr genügend Personal vorhanden ist… Wir hatten vorher schon vereinzelt den Pflegenotstand ausgerufen. Jetzt wird er allen sehr deutlich.

Und das sich gerade abzeichnende Drama der schnellen wirtschaftlichen Hilfen, die so wichtig sind und an notleidende Wirtschaftszweige ausgeschüttet werden sollten, und jetzt vielfach an die Mafia gegangen sind (?), weil wir uns mit den weltweiten Vernetzungen des Internets immer noch nicht genügend auskennen… Aber auch die andere Seite, dass die Mafia, wie jetzt in Italien, wieder dort einspringt, wo die Politik nicht schnell genug hilfreich reagieren kann, stellen wir besorgt und aufmerksam fest.

Bleibt zu hoffen, dass Politik und Gesellschaft daraus insgesamt für die Zukunft die richtigen Konsequenzen ziehen.
Und dass die tatsächliche und vermeintliche Unsicherheit nicht in falsche Richtungen umgeleitet wird…Schon jetzt kommt mir in der Presse zu häufig die Frage nach dem richtigen „Führer“ mit den besten Umfragewerten in der Krise auf. Es gibt nicht die eine Antwort auf viele Fragen. Und auch mit dem Thema der Kontrolle will insgesamt sehr kompetent und sensibel umgegangen werden.

Wir alle sind an vielen Stellen gefragt.
Wir alle sind in der Verantwortung – nicht nur wir in Deutschland – nicht nur in Europa: 
Die weltweite Dimension dieser Pandemie hat auch die weltweiten Verstrickungen an vielen Stellen sehr deutlich gemacht: Die Frage der Menschen als Fachkräfte und billige Arbeitskräfte, die Frage der materiellen Versorgung und internationalen Abhängigkeiten, die Frage der Eindämmung der Epidemie bei gleichzeitig völlig fehlender medizinischer Versorgung oder Sicherheitsvorkehrungen (z.B. in den Elendslagern Griechenlands oder Bangladeschs), den internationalen Einfluss krimineller Strukturen, usw. usf.

Und die aktuelle Pandemie stellt erneut wichtige Fragen an unsere eigenen Systeme: z.B. die Frage der Wertigkeit und Verlässlichkeit im Vergleich zur Profitorientierung, aber auch die Frage der Menschenrechte, wenn wir z.B. immer noch geflüchtete Menschen, die jahrelang in Deutschland leben und sich tatsächlich hier engagieren und integrieren wollen (übrigens auch im Pflegebereich), die Arbeitserlaubnis vorenthalten oder gar entziehen. Oder wenn das Bundesinnenministerium zur Abschiebung einzelner Frauen spezielle Flüge arrangieren möchte – oder wenn die EU sich nicht in der Lage sieht, Menschen in der Not an ihrer Grenze oder in ihren Mitgliedsländern Beistand zu leisten! Wie steht die Frage der Durchsetzung von Regeln im Vergleich zur Frage der Menschlichkeit?

Immerhin hat die EU jetzt gemerkt, dass sie die Pandemie später los sein wird, wenn sie sich um ihre Krisenherde nicht kümmert… Aber getan hat sie da an der Stelle leider noch fast nichts…

Auch heute könnte Jesus noch am Kreuz sterben.

Es ist immer traurig, wenn Menschen sterben. Es ist sehr traurig, dass viele Menschen als Opfer verfehlter Strategien sterben müssen.

Aber es gibt aktuell auch Hoffnung.
Es ist toll, wie viele sich auch jetzt für die Menschen in Schwierigkeiten engagieren.
Wenn ich mich mal auf vor Ort beschränken darf:
Ich freue mich und bin erleichtert, dass viele kreativ, hilfreich und geduldig in dieser Situation auch von zu Hause aus oder weiterhin im Betrieb tätig sein können. Ich freue mich, dass die Verkäufer*innen und Kassierer*innen immer noch in den Läden sind, obwohl sie sich gerade sehr genervt wundern, wie wir Kölner*innen ticken… Selbst die LKW-Fahrer, die uns früher mit ihren Wagen eher nur im Weg gestanden haben, erfahren jetzt Anerkennung.

Ich freue mich über alle, die gemeinsam Verantwortung tragen, auch über den beständigen kompetenten Einsatz gewählter Politiker*innen an unterschiedlichen Stellen.
Ich freue mich, dass Eltern in ihrer wichtigen Funktion gegenüber ihren Kindern gerade wieder deutlicher wahrgenommen werden.
Ich freue mich, dass durch die aktuellen Herausforderungen die Wichtigkeit der Tätigkeiten an jeder Stelle stärker ins Bewusstsein gerückt ist.
Ich freue mich, dass die besonderen Bedarfe von Menschen unterschiedlicher Generationen und sozialer Zugehörigkeit zum Thema werden.

„Mer sin eins“ hat Kasalla vor wenigen Jahren kreiert und gesungen. Ja, wir gehören zusammen, jede und jeder ist an seiner Stelle wichtig. Nicht nur die Stars, nicht nur die Manager*innen, nicht nur die Deutschen…

Ostern ist das Fest der Auferstehung – bei uns verknüpft mit dem Frühling. Schon ist die Natur draußen wach geworden, das neue Leben…
Ich hoffe, dass wir alle wacher geworden sind – und daraus die richtigen Konsequenzen ziehen.
Jede*r ist mit seiner Arbeit wichtig – darf und muss sich aber natürlich auch Auszeiten nehmen.
Es schadet nicht, sich jedes Jahr zu Ostern daran zu erinnern, dass persönliches und gemeinsames Engagement wichtig sind, es aber auch immer wieder zu hinterfragen, Korrekturen vorzunehmen.

Wir sind nicht allein. Wir dürfen auf Beistand hoffen.

Wie auch immer Gott sich zeigt!
Ich wünsche  allen mit ihren Familien und Freund*innen frohe Ostern!

Ökonomie vor Gesundheit?

Wir stehen in der aktuellen „Corona-Krise“ wahrscheinlich erst am Anfang, bestimmt aber noch nicht auf dem Höhepunkt!. Die Zahlen der Infizierten steigen laufend an. Inwieweit die getroffenen Maßnahmen der Kontaktbeschränkungen eine nachhaltige Wirkung zeigen, kann noch nicht beurteilt werden. Kaum 14 Tage gelten enge Bestimmungen, die alle Menschen belasten und der Wirtschaft schaden, und schon beginnen Diskussionen, in denen vor allem neo-liberale Kräfte einen „Exit“ aus den Beschränkungen fordern.

Menschenleben oder Wirtschaftswachstum – eine solche Auf-Rechnung kann es nicht geben.

Ja, die Finanzierung des Gesundheitswesens bedarf einer funktionierenden Ökonomie. Aber Ökonomie steht gerade jetzt nicht vor der Gesundheit.
Was wir heute schon erkennen können: Die Abwanderung und Auslagerung der Produktion wichtiger Hilfsgüter ins Ausland führt zu einem Versorgungsnotstand der Pflegedienste und Krankenhäuser. Wenn Schutzausrüstung aus Kostengründen weitgehend in Asien produziert wird, führt das zu einem Sicherheitsrisiko. Ökonomie vor Gesundheit?

Und: Wenn uns die Sicherheit der Versorgung in Medizin und Pflege so zentral ist, darf Medizin und Pflege nicht alleine dem Paradigma der Wirtschaftlichkeit und Effizienz unterliegen.

Eine rein privatwirtschaftliches Gesundheitswesen hält den Belastungen einer solchen Krise nicht stand. Die Aufgabe des Staates ist es nicht nur die Finanzierung der Gesundheitswesens und der Pflege zu regeln, sondern auch die Infrastruktur zu sichern und selber Akteur zu sein. Entweder mit staatlichen Einrichtungen oder im Sinne der Subsidiarität, durch nicht gewinnorientierte Sozialorganisationen. Ich hoffe, eine Erkenntnis aus der schlimmen Krise ist, dass nicht nur Bildung und Sicherheit, sondern auch Gesundheitswesen und Pflege nicht durch Renditedenken und Investmentfonds gesichert wird! Ökonomie vor Gesundheit?
Und es wird erkennbar: Medizin und Pflege sind die beiden wichtigsten Akteure für die Versorgung kranker Menschen: Medizin in der kurativen Behandlung und Pflege in der Versorgung. Die Anerkennung für diese Berufe ist heute da, hoffentlich beleibt sie auch in Zukunft!

Auch Ökonomie funktioniert auf Dauer nur in einer gesunden Gesellschaft!

 

Europa, das bist Du nicht!

Gastbeitrag von Susanne Rabe-Rahman/Leiterin der Caritas-Perspektivberatung angesichts der humanitären Katastrophe an der türkisch-griechischen Grenze und in griechischen Flüchtlingslagern 

Noch während wir uns – teilweise zu Recht, teilweise auch völlig übertrieben – Sorgen darüber machen, ob das Coronavirus uns, Verwandte oder Bekannte, das Gesundheitssystem oder das Wirtschaftssystem verletzten oder durcheinander bringen könnte, sterben an den europäischen Grenzen weiterhin, wieder, erneut Geflüchtete, die leider nicht mehr nur „Spielball“ politischer Interessen sind, sondern inzwischen auch als Munition genutzt oder von solcher getroffen werden. (mehr …)