Und täglich grüßt das Murmeltier…

Maria Hanisch, leitet im Geschäftsfeld Alter und Pflege die Stabsstelle Ethik, Seelsorge und gesundheitliche Versorgungsplanung

Union und SPD haben in allen Koalitionsverhandlungen alle Streitpunkte in der Gesundheits- und Pflegepolitik ausgeräumt …. So lesen wir es in den Medien.
Wie schön! Die Arbeitnehmer dürfen mehr zahlen, der Arbeitgeberanteil bleibt konstant. Hier stellt sich doch die Frage, wer verbraucht denn einen großen Teil der „Gesundheit der Arbeitnehmer?“ – doch der Arbeitgeber!
 Die Kosten für die Pflegeversicherung steigen….
Es ist keine neue Erkenntnis, dass mehr Geld ins System fließen muss, aber ist das jetzt der große Wurf??
Was wird aus den großen Ankündigungen, Herr Lauterbach?? Wo bleibt Ihr angesagter Schritt in Richtung Bürgerversicherung?
Aus meiner Sicht ist eine große Koalition politisch nur gerechtfertigt,  wenn sie große Dinge auf den Weg bringt. Dazu gehört z. B. die überfällige Neudefinition von Pflegebedürftigkeit, woran Experten seit sieben Jahren brüten.
Aus den bisherigen drei Pflegestufen sollen fünf werden, der Hilfs- und Betreuungsbedarf soll sich nicht mehr an körperlichen Defiziten. sondern am Grad von Selbstständigkeit und sozialer Teilhabe orientieren.
Doch das Thema erweist sich als Komplex, und die Mehrausgaben können nicht wirklich eingeschätzt werden, somit ist ein Ergebnis nicht in Sicht.
Schade, wenn bei einer großen Koalition nur noch „Einheitsbrei“ übrig bleibt.

Thema Flüchtlinge nicht den Rechten überlassen! Um was geht es hier eigentlich?

Hier ein Gastbeitrag von Clemens Zahn, Fachberater für Caritaspastoral:

“Die Themen Flucht und Flüchtlinge, Armut und Armutswanderung bewegen Europa, zwischen Erschütterung und Abwehr, zwischen Anteilnahme und rechtsnationalistischer, gezielter gewalttätiger Mobilisierung gegen die Ärmsten der Armen.
Worum geht es zuallererst? Der italienische Fotograf und Journalist Fabrizio Gatti hat die Fotos der Kinder gesammelt, die vor Lampedusa ertrunken sind und im Magazin L’Espresso veröffentlicht. Anbei finden Sie die Links zu der englischen Version des Artikels und des Blogs, die uns alle verstummen lassen.

http://espresso.repubblica.it/attualita/2013/10/30/news/names-and-photographs-of-the-children-who-drowned-on-october-11th-while-europe-postpones-the-issue-1.139493

http://gatti.blogautore.espresso.repubblica.it/2013/10/30/The-kids-that-Europe-has-fed-to-the-fish/ 

Das Thema beschäftigt auch die Kirchengemeinden in Köln, die sich, u. a. in Deutz, Porz, Poll, Ehrenfeld, Weiden und Godorf, bereits sehr verdienstvoll engagieren, auch gegen Kampagnen und die heftige Ablehnung einer aufgebrachte (Teil-)Bürgerschaft, die durch Pro Köln und andere rechte Gruppen  gesteuert werden.

Angesichts der Kommunal- und Europawahlen im nächsten Jahr werden wir die Instrumentalisierung dieses Themas durch die radikale europäische Rechte erleben und einer diffamierenden emotionalen Mobilisierung gegen Flüchtlinge auch hier in Köln, die möglicherweise tief bis in die bürgerlichen Schichten hineinreichen wird. Fabrizio Gattis Dokumentation erinnert uns daran, um wen und um wie viel es geht, wenn wir uns gegen diese Kampagnen engagieren und warum wir diese bekämpfen und uns für das Asylrecht und die Integration von Flüchtlingen engagieren müssen.”

Ad nauseam … bis zur Seekrankheit!

Maria Hanisch, leitet im Geschäftsfeld Alter und Pflege die Stabsstelle Ethik, Seelsorge und gesundheitliche Versorgungsplanung

Menschen in pflegenden und helfenden Berufen kennen das Phänomen, dass Vorurteile und negative Zuschreibungen durch die Öffentlichkeit  immer wieder unkritisch aufgenommen und multipliziert werden.
Und es ist unsere Aufgabe, immer, immer und immer wieder – ad nauseam – die Sachlage zu erläutern, Wahres vom Unwahren zu scheiden, berechtigte Kritik zu akzeptieren und Vorurteile als solche zu benennen.
Im vorliegenden Fall ging es um die Sendung Markt im WDR-Fernsehen vom 4.11.2013 zum Thema der Rechtlichen Betreuung.
Frau Dannhäuser von der Arbeitsstelle Rechtliche Betreuung , hat sich diese Mühe in einer E-mail  an den WDR gemacht (hier im Auszug) :

„…mit Interesse und leider oft auch Ärger verfolge ich regelmäßig die Berichterstattung zum Thema Rechtliche Betreuung in den Medien. Immer wieder fällt die einseitige Berichterstattung auf und das ausschließlich negative Bild, das hier der allgemeinen Öffentlichkeit vermittelt wird. Schade, dass dies nun auch im WDR geschieht. Bereits die Anmoderation, welche suggerierte, dass Betreuer sogar das Fernsehprogramm bestimmen, ließ ahnen, was einen im Beitrag erwartete: keine ergebnisoffene Recherche, sondern Bilder zu einer bereits vorgefassten Meinung. Mehr Panikmache, als fundierte Information und Benennung tatsächlicher Probleme, die es leider auch gibt. (mehr …)

Sind Sie glücklich?

Zum Glücklich sein gehört deutschen Spruchweisheiten nach bekanntlich nicht viel. Der Duden beschreibt Glück als eine angenehme und freudige Gemütsverfassung oder einen Zustand innerer Befriedigung und Hochstimmung.

Wie glücklich die Deutschen sind, denen eher eine pessimistische Grundeinstellung nachgesagt wird, darüber gibt der jüngst veröffentlichte „Glücksatlas 2013“ Auskunft. Nach dieser Studie, bei der die Forscher das Glück in messbare Faktoren wie Einkommen, Berufs- und Familiensituation, Gesundheit und Freizeit aufteilen, ist das Glück vor allem im Norden Deutschlands zu Hause und zwar in dieser Reihenfolge: Schleswig-Holstein,  Hamburg und das nördliche Niedersachsen. Unglücklich oder eher unzufrieden sind dagegen die Brandenburger, Sachsen-Anhalter und Thüringer. (mehr …)

Vom Umgang mit der Etikette – oder geht es um „Etikettierung“? Roma haben gar kein Interesse an Bildung – heißt es…

Ein Gastbeitrag von Susanne Rabe-Rahman, Leistungsbereichsleiterin Integration und Beratung im Caritasverband Köln:

“Ihre Kinder lassen sie allein oder schicken sie zum Betteln – heißt es…  In normalen Wohnungen leben? Das geht doch schon gar nicht gut – heißt es…  Alles falsch – so jedenfalls die Erfahrung im Rahmen einer Gruppenarbeit im Caritas-Zentrum Kalk.  Ihre Kinder sind schon in den Herkunftsländern Serbien, Montenegro, Kosovo größtenteils zur Schule gegangen. Ihre jetzige Unterkünfte sind eng, aber topp instand gehalten. Die Romafrauen haben nur der Ermutigung bedurft – und schon legen sie los. (mehr …)

Flucht vor dem Tod – aber doch bitte nicht zu uns

…“wer ein besseres Leben will, muss auch den Tod riskieren.“

Dem Krieg in Syrien entkommen und auf dem Weg nach Europa gestorben.

Ein Kontingent von 7.000 Flüchtlingen aus Syrien hat unser Innenminister nach Deutschland einreisen lassen, ein bisschen helfen, damit es nicht so auffällt, wie wenig Deutschland eigentlich tut. (mehr …)

Ich fasse es einfach nicht!

Heute schlage ich beim Frühstück den Kölner Stadtanzeiger auf und es fehlen mir einfach die Worte. Da sterben vor Lampedusa Hunderte Flüchtlinge, – es werden immer mehr Leichen aus dem Meer geborgen-, und es ist gerade mal eine Mini-Meldung von 2 Sätzen wert, dass die Bundesregierung sich angesichts dieser Katastrophe beeilt zu erklären, sie werde keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen. Einen Kommentar oder weiteren Hintergrundbericht dazu sucht man vergeblich.

Was für ein Zynismus, wenn Deutschland als das reichste Land der EU bereits vor der  heutigen  Zusammenkunft der EU-Innenminister ein solches Signal sendet. (mehr …)

Lampedusa’s cemetery – Lampedusa´s Friedhof

Nur mit Trauer, Wut und Empörung kann ich  auf das Sterben von schutzsuchenden Menschen vor Lampedusa reagieren.

Die „Festung Europa“ steht, aber ganz Europa heuchelt Betroffenheit, wenn die Folgen dieser Festung sichtbar werden. Die Toten vor Lampedusa sind  eine Folge der immer effektiveren Abriegelung der europäischen Außengrenzen.

Der Brief der Bürgermeisterin von Lampedusa spricht deutliche Worte, ja, was an den Außengrenzen Europas geschieht, ist eine Schande für Europa.

»Wie groß muss der Friedhof meiner Insel noch werden?« Guisi Nicolini, Bürgermeisterin Lampedusas, über Europas Schweigen angesichts des Flüchtlingssterbens auf dem Mittelmeer.

»Ich bin die neue Bürgermeisterin von Lampedusa. Ich wurde im Mai 2012 gewählt, und bis zum 3. November wurden mir bereits 21 Leichen von Menschen übergeben, die ertrunken sind, weil sie versuchten, Lampedusa zu erreichen. (mehr …)

Wahlnachlese

Nach der Bundestagswahl besteht, unabhängig von den möglichen Koalitionskonstellationen, ob rot-schwarz, oder schwarz-grün, selbst bei rot-grün-rot, die große Chance zu einer umfassenden Reform der sozialen Pflegeversicherung. Sowohl in der Frage des Grundsystems (duales System privat-gesetzlich oder Bürgerversicherung), wie auch in der Frage der Beitragshöhen und Bemessungsgrundlagen, kann und darf nun alles gedacht werden, da die Liberalen mit dem Ausscheiden aus der Bundespolitik hier keine Denk-Grenzen mehr setzen können. (mehr …)

Leben auf der Insel

Die Flüchtlingsunterkunft Herkulesstraße befindet sich auf dem Areal zwischen A 57 und Gleisdreieck. Das ist eine Insellage ohne Infrastruktur und nur durch eine Brücke über die Autobahn mit dem Rest der Welt verbunden. Hier werden in Zukunft 160 Flüchtlinge untergebracht, vielleicht noch mehr, wenn auf dem Gelände noch zusätzliche Container aufgestellt werden. Damit geht die Stadt den Weg zurück zu Massenunterkünften, deren Zeit man eigentlich als überwunden ansah. (mehr …)