Siebter und letzter Tag in Albanien – Abschied und Resümee

Samstag, den 01.Juni, „Der Schlüssel ist Bildung“, sagt Albert Nikolla, Direktor der Caritas Albanien bei unserer Abschluss- und Auswertungsrunde am Tag vor unserer Rückreise nach Deutschland.

Dr. Albert Nikolla und Christine Decker

Je mehr wir über die Arbeits- und Rahmenbedingungen der Caritasarbeit erfuhren, um so hilfloser standen wir vor der großen Not und dem großen Hilfebedarf der Menschen. Die Regierung unterstützt die Arbeit finanziell überhaupt nicht, der Staat ist korrupt und bankrott, wem kann man glauben oder vertrauen, mit wem von Regierungsseite kann man zusammenarbeiten.  Caritas Albanien ist auf Spenden aus dem In- und Ausland angewiesen.
Caritas-Spendenbox am Flughafen in Tirana

Wenn die Caritas den Ärmsten nicht hilft, gibt es eben keine Hilfe –  eine nüchterne und zugleich zutiefst inhumane Haltung von Regierungsstellen. Einen guten Posten hat der, der das Glück hat, in ein öffentliches Amt zu gelangen. Korruption verurteilt man öffentlich und verehrt sie heimlich. Politik machen lohnt sich, weil ein Abgeordnetenmandat das Leben der Enkelkinder sichert. Das alles sind Nebenwirkungen einer noch laufenden Entwicklung, die die Menschen, die ihr folgen, verändert. Trotz aller Ohnmacht und Hilflosigkeit gegenüber der großen Not, bei aller Fassungslosigkeit gegenüber den Worthülsen aus dem Mund der Politiker, sind die Menschen präsent. Hilfsbereite, engagierte MitarbeiterInnen der Caritas, Ordensfrauen und Ehrenamtliche, die die Hoffnung nicht aufgeben, Hoffnung, die aus ihrem Glauben erwächst. …. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR. 3. Mose 19,18

Und damit verabschieden wir uns aus Albanien, einem Land im Aufbruch, ein traumatisiertes Land auf der Suche nach einem Stück Normalität, einem Leben, in dem die Bürger wieder Vertrauen in das eigene Land gewinnen.

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