Endlich auch Kultur!

Ludger Hengefeld ist Leiter der Stabsabteilung Engagement und Zivilgesellschaft

Das Tafelmodell zieht weitere Kreise. Neben Kinder-, Tier-, Medikamenten-, Sport- und Kleidertafeln ist jetzt auch Kultur nach dem Tafelmodell im Angebot.
Überzählige nicht verkaufte Eintrittskarten für kulturelle Veranstaltungen können im Sinne der Resteverwertung an Bedürftige weitergegeben werden. Dafür gibt es jetzt in Köln die Kulturliste, einen Verein, der sich diese Weitergabe zum Ziel gemacht hat. Weiterlesen

Fairness ist nicht nur während der olympischen Spiele angesagt

Gold, Silber, Bronze – aktuell finden die olympischen Spiele statt. Toll, wenn „wir“ viele Medaillen holen. Sportliche Höchstleistungen und Bestnoten sind angesagt.
Alle Nationalitäten sind am Start, alle haben eine Chance…
Es wäre toll, wenn auch hier bei uns alle Nationalitäten eine Chance, mehr als eine Start-Chance, hätten. Letzte Woche hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes eine Studie veröffentlicht, dass über 40% aller Zuwanderer sich auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt diskriminiert fühlen. Sie fühlen sich nicht nur so, sie werden diskriminiert! Weiterlesen

„Denn sie wissen nicht, was sie getan haben …“

Maria Hanisch, leitet im Geschäftsfeld Alter und Pflege die Stabsstelle Ethik, Seelsorge und gesundheitliche Versorgungsplanung

Nun kommt es also, was schon nach der ersten Lesung der Pflegereform zu befürchten war.
Die parallele Zeitabrechnung der Leistungen neben dem System der Leistungskomplexe in der ambulanten Pflege.
Die  Politiker der Regierungsparteien  jubeln und reden von der „Wahlfreiheit“ des Kunden. Frau Aschenberg-Dugnus, pflegepolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, kann die Kritik der Verbände gar nicht verstehen und glaubt mit diesem Teil der Reform  den Pflegekräften Entlastung und den Kunden mehr Auswahlmöglichkeiten zu verschaffen.
Versteht eigentlich niemand, was hier passiert?? Weiterlesen

Erfolgsmodell oder Bürokratiemonster?

Rund ein Jahr nach dem Start des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) kommen Regierung und Opposition zu einer völlig unterschiedlichen Bewertung. Während die Bundesregierung eine positive Bilanz zieht, kritisiert die Opposition den neuen Freiwilligendienst und stellt dessen Fusion mit anderen Freiwilligen-Angeboten in Aussicht. Der Bundesfreiwilligendienst wurde zum 1. Juli 2011 eingeführt, um mit dem Aussetzen der Wehrpflicht das Ende des Zivildienstes auszugleichen.
Tatsächlich konnten bundesweit ca. 50.000 Menschen für einen Freiwilligendienst geworben worden. Das ist ein Erfolg und das bürgerschaftliche Engagement ist wertvoll.
Festzustellen ist aber auch, dass solche Dienste, die vom ehemaligen „Pflichtdienst“ der Zivis  profitierten, so insbesondere in der Alten- und Krankenpflege, heute oftmals leer ausgehen. Weiterlesen

Brauchen wir noch mehr Rettungsschirme?

Gerade hat der Deutsche Bundetag einen 100 Milliarden-Rettungsschirm für Spanien – oder Spaniens Banken (die Experten streiten sich bekanntlich) – beschlossen. Das sind 100.000.000.000 €. Da drängt sich die Frage auf, ob wir nicht viel mehr solcher Rettungsschirme benötigen? Gibt es nicht noch existentiellere Krisen als die Bankensituation Spaniens? Brauchen wir nicht erst recht Rettungsschirme hier in Deutschland für Wohnungslose, Flüchtlinge oder – wie jüngst gefordert – für die Ex-Mitarbeiter von Schlecker (oder bald wieder Karstadt)? Weiterlesen

Religiöse Beschneidung: Strafbare Körperverletzung oder unantastbares Selbstbestimmungsrecht der Religionen?

 

Die Beschneidung von Jungen im Islam oder Judentum stellt nach einem Urteil des Landgerichts Köln eine  strafbare Körperverletzung dar.

Das Gericht stellt hier das Recht auf körperliche Unversehrtheit über das Recht auf Religionsfreiheit. Das hat für heftige Proteste unter Muslimen und Juden gesorgt, die dieses Urteil als Angriff auf eine Jahre alte, religiöse Tradition mit Symbolwert sehen.

Auch die Deutsche Bischofskonferenz kritisierte die Entscheidung und bezeichnete das Verbot als schwerwiegenden Eingriff in die Religionsfreiheit und das Erziehungsrecht der Eltern. „Es ist auch nicht einsichtig, weshalb die Beschneidung dem Interesse des Kindes zuwiderlaufen soll, später selbst über seine Religionszugehörigkeit zu entscheiden“, hieß es in einer Erklärung.

Aber schließlich handelt es sich bei einem solchen Schritt nicht um etwas, was als Erwachsener wieder rückgängig gemacht werden kann. Weiterlesen

Qualität in der stationären Pflege

Sechs Caritas-Altenzentren und zwei Hospize wurden jetzt zertifiziert nach DIN EN ISO 9001.

Wer das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt.  Jakobus 4, 17
Qualität beginnt beim Menschen, nicht bei den Dingen. Wer hier einen Wandel herbeiführen will, muss zuallererst auf die innere Einstellung aller Mitarbeiter abzielen. Philip B. Crosby
Qualität muss man denken. Dann schaffen.  E. Otto Schmidt

Diese drei Zitate zeigen, wie vielfältig der Qualitätsbegriff definiert werden kann und wie vielfältig die Ideen der Menschen zum Thema Qualität waren und sind. Die Vorstellungen und Wünsche zu dem, was eine „gute Qualität“ ausmacht, sind oft sehr subjektiv . Daher soll Qualitätsmanagement auch nicht einfach nur „normieren“ und „vereinheitlichen“, sondern die Prozesse und Abläufe in einer Organisation optimieren und verbessern, so dass in einem beschriebenen Rahmen, mit Verlässlichkeit und Kontinuität, für den Kunden und Nutzer der Dienste eine individuelle Zufriedenheit erreicht und für die in der Organisation Tätigen gute Arbeitsbedingungen geschaffen werden können. Weiterlesen

Tischgespräch

Ludger Hengefeld ist Leiter der Stabsabteilung Engagement und Zivilgesellschaft

In Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln zum Thema Tafeln. Am Tisch vor der Lochner-Madonna mit dem Veilchen und dem anderen Blick auf den Dom.
„denken“, heißt die jetzige Ausstellung und beim wöchentlichen Reden am Tisch werden allmählich Gedanken verfertigt: ca. 20 Menschen sprechen über ein vorgegebenes Thema, das von einem „Experten“ eingeleitet wird.
Schnell waren wir bei der Tafelkritik, die der Caritasverband auf seinen verschiedenen Ebenen übt. Dazu gibt es genug Argumente und Informationen im Tafelforum und beim Diözesancaritasverband.
Beeindruckend die Vielfalt der Denkenden und ihrer Gedanken. Künstler, Soziale, Lehrer…

Wir dachten weit und quer. Weiterlesen

Ganztagsrealitäten an Kölner Schulen – Mangel verwalten

„Erfolgsmodell Ganztag“ – eine von vielen Bezeichnungen, mit welchen bildungspolitische Veränderungen auch am Rhein gerne beschrieben werden. Geschmückt wird sich etwa damit, dass mit 22.200 Plätzen für rund 64 Prozent der Kölner Schülerschaft in 139 Grund- und 17 Förderschulen Ganztagsangebote zur Verfügung stehen würden. Bei einem Blick hinter die Zahlen fällt es jedoch schwer, hierbei nicht zu resignieren. In Zeiten, in denen „kein Kind zurückgelassen“ werden darf, herrscht Ressourcenmangel allerorten, mit fatalen Konsequenzen für die Qualität hinter der Quantität. Weiterlesen