Familie als Zeitkiller?

„Was tun gegen Schulstress?“ Diese Überschrift zierte in Großbuchstaben die Ausgabe der Welt am Sonntag  vom 24. Februar 2013. Hinter der Überschrift verbarg sich, dass der Druck an den Schulen viele Familien an ihre Belastungsgrenze bringt. Am Pranger stand mal wieder das deutsche Bildungssystem. Den Hintergrund zu diesem Befund lieferte eine Studie vom Bundesfamilienministerium und der Konrad-Adenauer-Stiftung in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Eltern – Lehrer – Schulerfolg“.
Nach Aussage der Welt am Sonntag kommt die Studie zu dem “alarmierenden” Ergebnis, dass „Mütter und Väter vor allem einen zunehmenden Leistungsdruck (monieren), der durch die Verkürzung der Gymnasialzeit in der letzten Zeit noch verstärkt worden ist.“  Weiterlesen

JobCenter zur Festung ausbauen?

Im JobCenter Neuss ist eine Katastrophe passiert. Ein Kunde zückt  sein Messer und tötet seine Sachbearbeiterin. Das ist unendlich traurig. Die Zeitung sind voller Kommentare, die JobCenter müßten nun sicherer werden, es werden Barrieren in den Büros gefordert, Zugangskontrollen im Gebäude, Metalldetektoren wie auf den Flughäfen.

Liegt hier der Kern des Problems? Weiterlesen

25 Jahre Arbeitslosenberatung – ein Grund zum Feiern?

Das ABC (Arbeitslosen- und BürgerCentrum) Höhenhaus der Caritas wird bald 25 Jahre bestehen. Zum 01.10. ist es so weit. Gerade haben wir gelesen, dass die Arbeitslosigkeit im rechtsrheinischen Köln laut Statistik wieder angestiegen ist. Das ABC hat also weiterhin mehr als genug zu tun.
Aber wir haben vor kurzem auch gelesen, dass die Bundesarbeitsagentur die finanziellen Mittel für die Eingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt weiter reduzieren will…. Weiterlesen

Arbeit für alle – oder nur für die allermeisten?

Trotz Wirtschaftskrise und zunehmender Staatskrisen in verschiedenen europäischen Ländern zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt zur Zeit weitgehend robust. Bundesweit ist die Zahl der registrierten Arbeitslosen unter 3 Millionen gesunken.

Arbeitslosigkeit ist als “Problem” weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Dabei wissen wir: Fast ein Drittel aller Arbeitslosen ist entweder überhaupt nicht auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelbar oder befindet sich immer wieder in neuen Arbeitsfördermaßnahmen ohne Aussicht auf Vermittlung. Dies sind in Deutschland immerhin 1 Million Menschen.

Lösungen für diese Zielgruppe liegen auf dem Tisch: Wir brauchen einen dritten (“sozialen”) Arbeitsmarkt, der durch dauerhafte Lohnsubvention auch für diese Menschen Arbeit in Würde ermöglicht.
Die Lösung ist mit dem §16e SGB II sogar schon Gesetz – in der Fassung vor dem 1.4.2012 gab es diese Subvention sogar ungedeckelt und unbegrenzt. Allein aus finanziellen Gründen war das nicht mehr gewollt. Doch auch hier hat die Fachwelt schon lange Vorschläge präsentiert: den Passiv-Aktiv-Transfer.

Kurz: Lieber einen Arbeitsplatz subventionieren und dafür Leistungen beim ALG II und bei der Miete einsparen. Win-Win für alle – worauf warten wir?